FILME
Im Lauf der Zeit | Das Brot des Bäckers | Soweit das Auge reicht

"Das Brot des BÄCkerS"

Regie: Erwin Keusch
Drehbuch: Erwin Keusch, Karl Saurer
Kamera: Dietrich Lohmann
Schnitt: Lilo Krüger
Besetzung: Bernd Tauber, Günter Lamprecht, Maria Lucca, Sylvia Reize, Anita Lochner, Manfred Seipold


Deutschland 1976

„Was Moby Dick für den Walfang ist dieser Film fürs Brotbacken“ (Nigel Andrews, The Financial Times, 1979). Das Brot des Bäckers, der erste Spielfilm des in München lebenden Schweizers Erwin Keusch, erwies sich auf den 10. Internationalen Hofer Filmtagen 1976 als die Entdeckung des Festivals. Wolfram Schütte schrieb in der Frankfurter Rundschau am 6.11.76: „Es war fast wie bei der Premiere von Sinkels ‚Lina Brake‘ auf dem Internationalen Forum des jungen Films in Berlin vor einem Jahr: das junge Publikum ging mit: lachend und mit Szenenapplaus.“ Presse und Publikum waren gleichermaßen angetan von diesem unverkrampften Debüt, in dem überzeugend bewiesen wurde, dass soziale Problematik nicht zwangsläufig auf Kosten des Unterhaltungswertes eines Films gehen muss.

Der Inhalt lässt sich rasch skizzieren:
Der Protagonist, ein scheuer und verschlossener junger Mann, reist in den kleinen fränkischen Ort Hersbruck, um dort das Bäckerhandwerk zu erlernen. Nach der Ausbildung zum Gesellen, zwei Liebesgeschichten und Erfahrungen in der Großstadt entschließt er sich, in der Kleinstadt zu bleiben und dort seiner „Bäckerfamilie“ zu helfen, ihre privaten und beruflichen Schwierigkeiten zu überwinden.

Hans C. Blumenberg befasste sich in der Wochenschrift DIE ZEIT am 4.3.77 ausführlich mit jenem Film: „ ... Als liebevoll, genau beobachtetes Porträt einer Kleinstadt und ihrer Jugend erinnert der Film oft an Peter Bogdanovichs ‚The Last Picture Show‘, in seiner epischen Ruhe manchmal auch an Filme von Wim Wenders, was nicht zuletzt mit der Musik der Gruppe ‚Improved Sound Limited‘ zu tun hat, die auch in Wenders´ ‚Im Lauf der Zeit‘ zu hören war.“

[ Bundesfilmpreise für Erwin Keuschs Regie und Bernd Taubers darstellerische Leistung, Ernst-Lubitsch-Preis ]

 

 

 



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